Startseite Fahrgastzählung hört sich im ersten Moment sehr einfach an, entpuppt sich aber bei genauerer Beschäftigung damit als recht komplex. Die Software AFAZ (Automatisches Fahrgast Zählsystem) wurde in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) für deren Anwendung entwickelt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Erfassung und Verwaltung von Plandaten sowie um Auswertung und Export von Messdaten.

Erfassung und Verwaltung von Plandaten

Neben einer ganzen Reihe von Stammdaten, wie Fahrzeugdaten, Terminaldaten, Personaldaten, u.a. sind vor allem die Netz- und Fahrplandaten zu erfassen und zu pflegen. Diese werden sowohl in die Messterminals geladen, als auch für Auswertungen als Referenzdaten verwendet.

NetzplandatenFahrplandaten
Haltestellen
Ortschaften
Linien und Unterlinien
Kanten
Zeitabfolgen
Fahrprofile
Fahrplanperioden
Wagenumläufe
Verkehrszeiten
Fahrten
Ziele



Kontrollen und Prüfungen

Die Erfassung der Stammdaten wird zwar über viele Plausibilitätsprüfungen kontrolliert, aber Fehler in der Zusammensetzung des Netzes können nicht ganz verhindert werden. Dafür stehen eine Reihe von zusätzlichen Prüfungen zur Verfügung:

Prüfungen
Eindeutigkeit des Kurses
Mehrfache Haltestellen in Unterlinien
Rundkurs geschlossen
Linienrichtung
Doppelte Fahrten
Kantenüberschneidungen


Auswertung und Export von Messdaten

Für die Ansicht und Auswertung der Messdaten stehen eine Vielzahl von Applikationen zur Verfügung, die über das Menü aufgerufen werden können. Die Auswertungsresultate werden in Form einer Tabelle wahlweise am Bildschirm, in einer DBF-Tabelle oder einem Report auf dem Drucker ausgegeben. Die exportierten Resultatstabellen können von gängigen Standard-Programmen (z.B. MS-Excel) problemlos gelesen werden, so dass eine graphische Darstellung der Auswertungsresultate jederzeit möglich ist. Je nach Auswertungstyp sind in einer Parametermaske unterschiedliche Filter einstellbar (Fahrplanperiode, Auswertungsperiode, Linie, Haltestelle, Ortschaft, Richtung, Tagtyp, Kurs, u.v.m). Die ca. 30 Applikationen lassen sich in folgende Auswertungstypen einteilen:

Auswertungstypen
Listen und Protokolle
Bewertungen
Statistiken
Mittelwerte
Hochrechnungen


Batchverarbeitung

Alle Auswertungen sind Batchfähig, d.h. unterschiedliche Parameter für jede einzelne Auswertung können beliebig oft in einer Batchdatei gespeichert werden. Wenn die Batchverarbeitung gestartet wurde, werden alle Auswertungen, für die Auswertungsparameter hinterlegt sind, automatisch nacheinander ausgeführt. Die Resultate der einzelnen Auswertungen werden jeweils in einer Datei (DBF-Tabelle) abgespeichert. Handelt es sich um die gleiche Auswertung, die mit unter- schiedlichen Parametern mehrmals ausgeführt wurde, können anschliessend die verschiedenen Resultatstabellen zusammengeführt werden. Beim Zusammenführen werden die Auswertungsparameter ebenfalls in der Summentabelle abgelegt. Auch die Ausgabe der Resultate in einem Report auf den Drucker ist während der Batchverarbeitung möglich. Da die Batchjobs (mit Kurzbeschreibung) abgespeichert und wieder geöffnet werden können, ist es möglich, die gleichen komplexen Auswertungen jederzeit (z.B. mit verschiedenen Datenbeständen) erneut ausführen zu lassen, ohne die Gefahr, dass durch veränderte Auswertungsparameter nicht vergleichbare Resultate zustande kommen.

Universalreports

Bei den oben erwähnten Auswertungen wird grundsätzlich auf das Archiv der Messdaten (Zähldaten) zugegriffen. Dabei sind für jede Auswertung nur eine fest vorgegeben Anzahl von Parametern einstellbar. Nicht so bei der Funktion Universalreport. Hiermit kann auf jede beliebige DBF-Tabelle zugegriffen werden. Zu Auswertung kann ein beliebig komplizierter Makroausdruck zusammengestellt werden. Die Spalten für die Resultatstabelle bzw. den Report können beliebig parametriert werden. Allerdings sind hierfür genaue Kenntnisse der Tabellenstruktur, sowie der SQL-Syntax erforderlich. Alle Parameter eines Universalreports können gespeichert und wieder geladen werden, so dass sie jederzeit wieder zur Verfügung stehen.

Ansicht von Protokollen und Systeminfos

In Ergänzung zu den Auswertungen gibt es noch Ansichten verschiedener Protokolle und Infos. Alle Vorgänge, wie Übertragung der Daten vom und zum Messterminal, Ablegen der Messdaten im Zähldatenarchiv, manuelle Bewertung von Messdaten, u.a. werden in Tabellen protokolliert. Die Messterminals liefern zusätzliche Systeminformationen, wie Ausfall von Mess-Sensoren, Stromausfall, u.a. Diese Protokoll- und Systemdaten können auf dem Bildschirm angezeigt, oder in einem Report auf dem Drucker ausgegeben werden:

Ansichten
Einlese- und Archivierungsprotokolle
Übertragungsprotokolle
Systeminfos der Messterminals
Übersicht über die Stammdaten
Bewertungsprotokolle


Handzählungen

Da in der Regel nicht alle Fahrzeuge mit Messterminals ausgerüstet werden können, jede Strecke aber stichprobenweise gemessen werden muss, sind vereinzelt Handzählungen unumgänglich. Für die manuelle Erfassung der Fahrgastzahlen (Ein- und Aussteiger) sind Handzählformulare erforderlich, die bereits die Haltestellen in der abgefahrenen Reihenfolge enthalten. Diese Handzählformulare können für beliebige Wagenumläufe, Fahrten oder Kurse automatisch erstellt werden. Sind diese Handzählformulare ausgefüllt, können die Messdaten in eine Erfassungsmaske übertragen, und anschliessend dem Zähldatenarchiv zugeführt werden. Für spätere Auswertungen macht es keinen Unterschied, ob die Zähldaten durch ein Messterminal, oder durch eine Handzählung erfasst wurden.

Datenübertragung

Neben der manuellen Eingabe von Daten (Stammdaten, Systemdaten, Handzähldaten) werden Daten auch über die serielle Schnittstelle von externen Geräten bezogen. Über ein Modem werden Messdaten aus sogenannten Datenmodemterminals ausgelesen. Die Datenmodemterminals dienen als Zwischen- speicher für die Messdaten. Sie werden vorwiegend in Fahrzeugdepots aufgestellt, und von AFAZ in regelmässigen Abständen via Modem ausgelesen. Dies kann manuell erfolgen (Funktionsaufruf über die Auswahl eines Menüpunktes), oder automatisch über einen eingebauten Timer (z.B. Nachts). Ausserdem werden Messdaten über eine Lesestation eingelesen. Die Lesestation dient zum Auslesen der Datacards (LSI), die als Datenträger zwischen Messterminal und Leseatation bzw. Datenmodemterminal verwendet werden. Zudem werden Stammdaten, die in AFAZ erfasst wurden, über die Datacards in die Messterminals übertragen.



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